Neue Kunst im Herzen der Stadt, im Raum 6-8, der neuen Galerie in der Bremer Innenstadt
Aktuelle Ausstellung

“O1“ 185x185cm
Galerie Raum 6-8
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Die Arbeiten von Sönke Busch lassen sich nicht trennen in Atelier und Straße.
Was hier im Raum 6–8 als konzentrierte Kreisarbeit erscheint, hat seine Herkunft im Urbanen: in bemalten Türen, Metallkästen, Fassaden, improvisierten Bildträgern. Gold auf Schwarz. Schrift auf Widerstand. Handlung statt Dekoration.
Buschs künstlerische Praxis beginnt nicht im weißen Raum, sondern an der Oberfläche der Stadt. Seine Graffiti-Arbeiten – sichtbar auf schweren Metalltüren, verschraubten Paneelen, rauen Untergründen – sind keine klassischen Tags, sondern verdichtete Schriftkörper. Buchstaben lösen sich auf, kippen ins Ornamentale, werden Rhythmus, werden Struktur. Bedeutung zerfällt zugunsten von Energie.
Diese Erfahrung schreibt sich in die aktuellen Arbeiten fort.
Die O, die diese Ausstellung bestimmen, sind eine bewusste Anlehnung an die japanische Enso-Malerei – jedoch nicht als Zitat, sondern als Übersetzung. Während das Enso traditionell in einem einzigen Atemzug entsteht, trägt Buschs Kreis die Geschichte vieler Atemzüge in sich: Unterbrechungen, Nachsetzungen, Materialwiderstand. Man sieht, dass hier jemand malt, der weiß, wie Oberflächen zurückschlagen.
Gold fungiert dabei nicht als Schmuck, sondern als Speicher. Es markiert Aufmerksamkeit, Zeit, Wert – und verweist zugleich auf religiöse Ikonen, auf Straßenkunst, auf Zeichen von Macht und Schutz. Die dunklen Zentren der Arbeiten wirken wie Verdichtungen: Orte, an denen Schrift, Kreis und Geste kollabieren.
Formal verbinden sich kalligrafische Elemente, Graffiti-Gesten und serielle Setzungen. Die kleineren Papierarbeiten – schwarze, unvollkommene Kreise auf hellem Grund – wirken wie Protokolle: Reduktionen einer komplexen, körperlichen Praxis. Sie stehen den großformatigen, goldenen Arbeiten nicht entgegen, sondern offenbaren deren Ursprung.

Fotocredit Matthias Stauch
Sönke Busch, 1980 in Bremen geboren, arbeitet seit vielen Jahren zwischen Literatur, Rede und bildender Kunst. Internationale Stationen in Wien, Amsterdam, Berlin, Monastir und Honolulu prägen seine Arbeit ebenso wie seine Rückkehr nach Bremen und die heutige Praxis zwischen Bremen, Amsterdam und Vancouver. Auszeichnungen wie der Kultur- und Kreativpilot (2012), der Grimme Online Award (2019) und das Stipendium des Zentrums für Kunst des Senators für Kultur (2023) markieren ein Werk, das sich konsequent zwischen Öffentlichkeit und Konzentration bewegt.
Diese Ausstellung zeigt keinen Stil, sondern eine Haltung.
Der Kreis ist kein Abschluss.
Er ist das, was bleibt, wenn alles Überflüssige weggefallen ist.
Er ist ein Zustand
